Desertec – Initiative für Solarstrom aus der Wüste
Ein privatwirtschaftliches Konsortium mit dem Namen “Desertec” wurde heute gegründet. Das Ziel ist ehrgeizig: Man möchte bis zum Jahr 2050 etwa 15 Prozent des Stromverbrauchs in Europa über Solarkraftanlagen in der afrikanischen Wüste beziehen.
Es bestehen gute Chancen, dass dieses Projekt nicht nur den Energiehunger deckt, sondern auch die Entwicklung strukturschwacher Regionen fördert, und somit Hunger, Armut und politische Unruhen bekämpft und abgeschwächt werden. Doch das könnte auch eines der großen Fallsticke an dem Projekt sein: Denn was wird passieren, wenn die Umsetzung falsch angegangen wird? Was, wenn eine Partei einseitig profitiert und es in der Folge zu geo- und energiepolitischen Spannungen kommt?
Zu einem ähnlichen Fazit kommt das Weblog Cleanthinking:
Natürlich ist Desertec ein hochspannendes Projekt, über das es sich zu berichten und nachzudenken lohnt. Allerdings sollten wir alle nicht so tun, als könne es von heute auf morgen unsere Energieprobleme lösen, gleichzeitig Arbeitsplätze schaffen und vielleicht sogar noch Stabilität in eine politisch nicht gerade ungefährliche Region wie Nordafrika bringen. Wichtiger wäre es, die Gespräche und Studien nun ergebnisoffen zu beginnen und nach und nach die Technologie zu verbessern, damit das Projekt ab 2011 wirklich umgesetzt werden kann. Wichtig wäre aber auch, dass sich die Europäer nicht als Konolialherren aufführen werden, sondern Afrika und die afrikanischen Staaten in ihre Initiative einbinden.
Die Zeit sieht Gregor Czisch als radikalen Vordenker dieser Initiative, welcher momentan am allerwenigsten davon profitiert.
In Studium und Doktorarbeit widmete er sich intensiv diesem Thema – kann sorag als Vorreiter dieser Idee gelten. Er dachte sich, man müsste nachhaltige Energiequellen dort anzapfen, wo das großte Energiepotenzial besteht. So böten Solaranlagen in der Sahara oder Windkraftwerke in Sibirien das größte Energiepotenzial. Dieses Thema lies ihn nicht mehr los.
Sieben Jahre lang arbeitet er jede Woche 60 bis 70 Stunden an seiner Doktorarbeit. Am Anfang hat er noch ein Stipendium des Max-Planck-Instituts, dann eine halbe Stelle am Institut für Solare Energieversorgungstechnik in Kassel. Später lebt er von Arbeitslosengeld, forscht aber trotzdem weiter.
Das Ergebnis seiner Arbeiten auf den Punkt gebracht: Ja, es ist möglich. Strom aus nachhaltigen Energiequellen würde vor allem eines werden: günstig. So günstig sogar, dass er mit herkömmlichen Energieträgern konkurrieren könnte. Ausführlich liest man diesen Hintergrundbericht über Gregor Czisch am besten in der Zeit nach.
Artikel geschrieben von 020200.
2 Kommentare für “Desertec – Initiative für Solarstrom aus der Wüste”
14. Juli 2009 um 10:14 Uhr
Die Idee dort Energie zu erzeugen, wo das größte Potenzial besteht ist nicht gerade neu. Neben Solar und Wind gibt es Projekte, die Algen in Afrika züchten, um daraus Biogas zu machen. Super Idee, aber der Transport ist nicht unerheblich.
Bedenkt man den Stromtransport, muss der Preis pro erzeugter kwh schon sehr gering sein, z.B. bei Desertec.
Meiner Meinung nach gibt es nichts einfacheres und besseres als dezentralen Strom. Ich denke, hier steckt das meiste Potenzial für die Zukunft. Stichwort Photovoltaik und Kleinwindkraftanlagen.
16. Juli 2009 um 15:12 Uhr
Dezentrales Konzept für dezentrale Zeiten – macht Sinn!