Die Glühbirne wird noch unter uns weilen!

Das Ende der Glühbirne ist – obschon es viele Medien heute deklarieren – noch lange nicht da. Hamsterkäufe und Nachrufe sind im Grunde unangebracht, denn die bewährten leuchtenden Glasbirnen wird es im unteren Wattbereich noch bis 2012 im Einzelhandel geben.

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Glühwendel einer 200-Watt Birne

Ab dem heutigen Tag sollen lediglich Glühbirnen mit einer Leistung von 100 Watt oder mehr vom europäischen Markt verschwinden und Energiesparlampen weichen. Von September 2010 an folgen dann Birnen mit mehr als 60 Watt, ein Jahr später dann Glühbirnen mit mehr als 40 Watt und ab September 2012 Glühlampen mit einer Leistung von mehr als 10 Watt. Erst von 2016 soll dann auch ein Großteil der Halogenlampen betroffen sein. Es ist also noch Zeit, zum Beispiel um sich als Jäger und Sammler hervorzutun und die guten Stücke vom Markt zu befreien, um ihnen in zukünftiger Nostalgie ein schönes Plätzchen zu gewähren.

Der Spiegel schreibt heute beispielsweise, dass sich die Glühbirne zu einem wahren Verkaufsrenner entwickelt hätte, seitdem klar sei, dass diese verschwinden wird:

“Millionen von Verbrauchern haben sich mit Massen von Leuchtkörpern eingedeckt, die sie sonst nie gekauft hätten – denn die 100-Watt-Glühbirne ist nicht gerade das, was man normalerweise in der Schreibtischlampe stecken hat.”

Nunja. Auch an meinem Schreibtisch sind es lediglich 40 bis 52 Watt, die für gutes Licht sorgen.

Unterm Strich soll die Maßnahme der EU tatsächlich zu massiven Einsparungen im Energiebereich führen – immerhin ist eine große Zahl von Menschen von dieser Maßnahme betroffen, sodass auch geringe Energieeinsparungen einen Nutzen zeigen werden. Jedoch ist fraglich, ob die klassische “Energiesparlampe” hier tatsächlich als Alternative gelten kann. Zum einen sind bei dem Stromverbrauch nicht die Energiekosten für die Herstellung miteinberechnet – obwohl sie Netto dennoch energiesparsamer sein sollen. Zum anderen ist bekannt, dass das Licht dieser Lampen sehr kalt ist und dauerhaft auch ungesund sein kann, da bestimmte Wellenlängen im Licht fehlen. Es ist daher anzuraten (aber auch davon auszugehen) dass in den nächsten Jahre einige Alternativen weiter ausgebaut werden, beispielsweise mit Halogen oder gar LEDs.

Eines der größten Nachteile der Glühbirne ist übrigens der ungünstige Wirkungsgrad. Lediglich 5 Prozent der Energie wird in Licht verwandelt. Ein Großteil der verbrauchten Energie wird im nicht sichtbaren Bereich als Wärme abgestrahlt.

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Die Glühbirne in Zahlen: Wirkungsgrad

(Beide Bilder: Wikipedia)

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