Das Klima dankt der Wirtschaftskrise

Die Wirtschaftskrise bringt uns oft genug zum Nachdenken. Über Wirtschaft, über Wachstum und über die Welt, in der wir leben. Nun kommt ein neuer Aspekt hinzu: Die Wirtschaftskrise wirkt sich offenbar positiv auf verminderten CO2-Ausstoß aus.

Die Wirtschaftskrise hat vor allem Wachstums- und Finanzmarktkritiker auf den Plan gerufen. Doch auch mit dem Klima hängt es zusammen. 2008 ist aus der Sicht des CO2-Ausstoßes eines der bisher besten Jahre seit 1990 gewesen. Laut Erhebungen vom Umweltbundesamt liegt dieses an verbesserter Umwelttechnologie und höherer Energieeffizienz. Doch 2009 soll sich auch die Wirtschaftskrise im Energiebereich bemerkbar gemacht haben. Der Energieverbrauch soll durch sie um 1 – 2 Prozentpunkte zurückgegangen sein. Sollte die Wirtschaftskrise weiterhin anhalten, freut sich das Klima. Denn Klimaschutzexpertin Claudia Kemfert geht davon aus, dass nochmal 2 – 3 Prozent des Energieverbrauchs eingespart werden, sollte die Wirtschaft, wie momentan prognostiziert, um 4,5 Prozent schrumpfen.

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Entwicklung CO2-Ausstoß. Exponentielles Wachstum kennt man aus dem krisenanfälligen Wirtschaftssystem. (Bild: tagesschau.de)

Was also ist Wachstum, kann Wachstum sein? Muss man nicht in Zusammenhang mit dem Finanzsystem auch darüber reden, in welcher Qualität man Wachstum erhalten will – sofern das Wachstumparadigma, wie zu erwarten ist, nicht über Board geworfen wird? Welche Form, welche Qualität von Wachstum will man erhalten?

Claudia Kemfert beispielsweise sieht in der positiven Entwicklung für das Klima durch die Krise schon das erste Problem. Denn wegen dem geringeren Ausstoß sind die Preise für die CO2-Emissionszertifikate deutlich gesunken. Dieses nimmt den Druck von den Energieerzeugern, ihre Stromproduktion effizienter zu machen. Und hier dreht sich das Rädchen wieder von vorne. Der Markt alleine kann und wird es nicht regeln können. Beziehungsweise er wird es nicht regeln wollen. (via Tagesschau)

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