DIYbio – Jetzt wird Biotech gehackt!

Ich bin gerade über das Projekt DIYbio gestolpert. Ob dieses etwas mit “nachhaltigem Wandel” zu tun hat oder nicht, sei der Bewertung von jedem einzelnen überlassen. Denn: Es handelt sich bei dem Projekt um die graswurzelartige Demokratisierung der Biotechnologie. Bio-Hacking wenn man so will. Das kann schlecht sein, aber auch Gutes bewirken.

diybio-logo

Zugegeben… Themenabende zu Mottos wie “DNA Extraction Party” oder “Gel Electrophoresis” klingen durchaus befremdlich. Aber die Vergangenheit der Hacker-Kultur hat und immer wieder gezeigt, dass durch die Demokratisierung von Technologien und der damit verbundenen Kultur sehr ernstzunehmende Innovationen entstanden sind. Vor allem aber auch immer in einem sehr engagierten und verantwortungsvollen Umfeld – man denke da an Open-Source Software, Linux, Firefox oder Creative Commons. Auch kürzlich haben wir auf ggrow mit den Window-Farms ein grünes Hacker-Projekt vorgestellt.

Aber Bio-Hacking? Ich las gerade davon in dem Weblog des amerikanischen Wirtschaftsmagazins The Economist. In dem Artikel ging es vor allem im die innovative Seite. Bio-Hacking sei notwendig, um die nächsten, großen und einflussreichen Unternehmer zu gebären – die Bill Gates und Steve Jobs der Zukunft sozusagen. Dazu kann man stehen wie man möchte. Jedoch hätte eine Graswurzelbewegung in der Biotechnologie ganz ohne Frage einige Vorteile auf ihrer Seite: Vor allem wenn es um “Geistiges Eigentum” und Patente auf Leben geht. Denn alles, was in der öffentlichen Sphäre bekannt ist und zur Anwendung kommt, ist wesentlich schwerer sich patentrechtlich zu schützen. Daher kann die Allgemeinheit von DIYbio und ähnlichen Projekten unterm Strich profitieren.

Traditionell gilt das Augenmerk der “hackenden Zunft” immer wieder neuen, aufstrebenden, vor allem aber disruptiven Technologien vor dem Hintergrund des offenen und freiheitlichen Umgangs miteinander. DIYbio versteht sich ebenfalls in diesem Sinne als Hacker-Space. Sie setzen sich das Ziel, “dabei zu helfen, Biologie zu einer lohnendwerten Beschäftigung für Bürger-Wissenschaftler, Amateur-Biologen und DIY-Biologie-Ingenieuren zu machen, welche Offenheit und Fairness schätzen. Auf der Risiko-Seite steht allerdings, dass zum Beispiel gefährlich Viren oder andere Gefährdungen aus der Demokratisierung dieser Technologie hervorgehen können, die durchaus eine reale Gefahr darstellen. Wie wird man damit umgehen?

Über Roboter-Hacking und artverwandte Themen schreibe ich übrigens regelmäßig auf dem Blog Eggshell-Robotics und auch dort zeigen sich zaghafte Ansätze in Richtung Biotechnlologie.

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