ggrow begleitet Plantkidz: Wie stehts denn nun?

Vor einigen Wochen haben wir angekündigt, Plantkidz, die jungen Gründer einer “Pflanzen-Community für Kinder“, ein wenig zu begleiten. Heute gibt es den zweiten Teil: Ein Interview mit Martin Riedel über ihre Erfahrungen als Gründer.

Die Sache bei Plantkidz nimmt langsam Fahrt auf. Durch PR-Arbeit und viele Gespräche wird langsam das Interesse bei unterschiedlichsten Gruppen an Plantkidz geweckt. Eine Kooperation mit einem Spielehersteller soll dafür sorgen, dass der “interaktive Blumentopf für Kinder” schon 2010 im Einzelhandel erhältlich sein soll. Bevor es soweit ist, muss allerdings der Blumentopf als Produkt noch fertig werden und alle Tests (zum Beispiel die Pflanzentests) bestehen. Auch die Plantkidz-Webseite hat eine erste Form und der Grundstein für die Online-Community könnte somit schon gelegt sein.

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Von unten link nach oben rechts: Martin Riedel, Jan Dabrowski und Johanna Friedman.

Da stehen nun also einige echte Meilensteine vor der Tür. Was bedeutet das für euch persönlich? Wie wirkt das auf das Team?

Meinst du den Meilenstein Webseite? Oder fertiger Prototyp? Eigentlich egal, denn durch die Meilensteine und externe Abhängigkeiten entsteht da ein gewisser Druck, beziehungsweise eine Anspannung. Einerseits ist das gut weil wir dadurch gepusht werden und effizienter arbeiten. Andererseits kann das auch in Stress enden. Bei uns kommt beides vor!

Auf die Meilensteine freuen wir uns natürlich. Es gibt nichts schöneres als die Arbeit, sprich das fertige Produkt dann wirklich auch in den Händen halten zu können, oder als Webseite sehen zu können. Also Stress aber auch viele Erfolgsgefühle.

Die Meilensteine sind auch an externe Abhängigkeiten geknüpft, zum Beispiel sollte zumindest eine Vorabwebseite stehen wenn ein Artikel im Fachmagazin erscheint. Alles andere wäre uncool. Eine weitere Abhängigkeit ist an unser Stipendium geknüpft. Das endete nämlich im September, das heißt bis dahin musste soweit alles vorbereitet sein, um das Produkt realisieren zu können. Nachdem also die Entwicklungs- und Testarbeiten abgeschlossen sind, wollen wir das Produkt zusammen mit einem Spielzeughersteller auf den Markt bringen.

Wie sind die potenziellen Vertriebspartner auf euch aufmerksam geworden?

Noch gar nicht! Wir machen auf uns aufmerksam. Interesse großer Spielwarenhersteller besteht. Wir sind optimistisch dass wir Plantkidz in gute und potente Hände geben werden. Nähere Infos sind leider noch nicht spruchreif.

Habt ihr schon erste Testnutzer für eure Community? Wie wollt ihr da die Fahrt aufnehmen. Das “Henne und Ei” Problem, also die Community ins Laufen zu bringen, ist ja immer eines der großen Probleme am Anfang.

Das sollte kein Problem werden, zumal die Community ein untergeordnetes Feature ist. Erst mal muss sich der plantkidz-Blumentopf verkaufen, das bedeutet den müssen wir bekannt machen. Da wird sich aber unser Partner auch darum kümmern.

Betreibt ihr (also) selbst in dieser “frühen Gründungsphase” aktives Marketing?

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In Anlehnung an die obige Frage: Wir haben im August begonnen die Bekanntheit von Plantkidz zu steigern. Ein großes Budget dafür haben wir nicht. Daher fokussieren wir uns PR. Und wir verteilen unsere Visitenkarten… Nein in der Tat, wir erhoffen uns den ein oder anderen Auftritt in den Medien, vor allem in Printmedien und in Blogs.

Ein paar Kontakte zu größeren Blogs haben wir, die spitzen wir jetzt an. Um uns in der Spielwarenbranche eine größere Bekanntheit zu verschaffen, haben wir einen Artikel in einem Fachmagazin gebucht. Die Zeitschrift lesen so gut wie alle Entscheider der Spielzeugindustrie, daher sollte darauf auf jeden Fall ein Echo erfolgen. Ansonsten haben
wir bald die erste Version der Webseite fertig. D.h. die zentrale Anlaufstelle für Plantkidz ist dann am Start und der Funke kann sich verbreiten!

Wie habt ihr eure Praktikantin gefunden?

Wir haben Anzeigen geschaltet, z.B. auch bei ggrow, aber auch in einem kostenpflichtigen Uni-Portal. Dann haben wir noch einzelnen Universitäten in der Umgebung angeschrieben und gebeten, die Stellenausschreibung an den schwarzen Brettern oder durch Emailverteiler zu kommunizieren. An der Uni Düsseldorf haben wir sehr gute Kontakte, weil dort eine sehr nette und auch unternehmerisch aktive Professorin sitzt. Die hat unsere Anzeige kommuniziert und darauf hat sich dann unsere jetzige Mitarbeiterin Julia gemeldet. Und mit ihr sind wir jetzt sehr zufrieden!

Zum Prozess der Personalsuche allgemein: Wir haben komplett unterschätzt, dass es wirklich lange dauern kann bzw. lange dauert bis man den richtigen Kandidaten gefunden hat. Einige Bewerber haben Unterlagen geschickt und sich nie wieder gemeldet. Mit anderen haben wir einen Termin zum Bewerbungsgespräch ausgemacht, wir waren da, bloß der Kandidat ist nie erschienen und ab diesem Zeitpunkt auch nie wieder an sein Handy gegangen. Andere haben Bewerbungsunterlagen geschickt, die wirklich nicht gut waren… Aber, das waren alles Studenten, also ich hätte da echt mehr erwartet! Aber es hat ja am Ende doch noch geklappt.

Könnt ihr schon sagen, dass es etwas gibt, dass ihr völlig falsch angegangen seid? Falls ja, was habt ihr daraus gelernt?

Wir haben vieles zwar nicht komplett falsch, aber definitiv auch nicht
optimal angegangen. Über einzelne Fehler zu reden, würde zum jetzigen Zeitpunkt zu weit führen. Das können wir eventuell in ein paar Monaten nachholen, wenn alle Wogen etwas geglättet sind. Am meisten haben wir es verpasst, durchgehend zu planen. Es heißt zwar immer, dass zu viel Planung schadet, im Sinne von lieber umsetzen als alles penibel durchplanen, aber um ein Start-Up oder allgemein ein Projekt groß zu machen muss es einen Projektplan geben, in dem alle Entwicklungsschritte und Meilensteine definiert sind. Der Plan muss einmal mit etwas Kreativität begonnen werden und dann fortlaufend modifiziert werden. Wichtigstes Planungstool für einen Gründer meiner Meinung nach!

Insgesamt haben wir in den zurückliegenden 2 Jahren unheimlich viel gelernt. Aber dazu mal mehr an einer anderen Stelle…

ggrow wünscht euch alles Gute und wir versuchen weiterhin dranzubleiben. Vor allem, wenn es wieder neue Meilensteine gibt, über die es zu berichten gilt.

Link: Erster Teil von ggrow begleitet Plantkidz.

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