Können Pflanzen Freunde und Verwandte erkennen?

Aktuelle Forschungsstudien sollen zeigen, dass Pflanzenwachstum nicht nur durch “harte Fakten” wie Art, Boden und Wetter bestimmt werden, sondern auch durch “Pflanzen-Sozietät”. Eine Gemeinschaft von ähnlichen Pflanzen oder gar die Nähe zur unmittelbaren Verwandtsschaft sollen andere Wirkungen bei der Pflanze entfalten, wie isoliertes Wachstum.

“Pflanzen mögen Gemeinschaft”, ähnlich wie Menschen oder andere Lebewesen ist eine der Erkenntnisse der Biologin Susan Dudley. Sie veröffentlichte ein wissenschaftliches Papier, in welchem sie ihre Studie beschreibt. Sie fand heraus, dass die Pflanze Impatiens Pallida weniger Energie in das Wurzelwachstum steckt, wenn sie von artverwandten Pflanzen umgeben ist. In der Nachbarschaft von genetisch Artfremden würde die Wurzel um einges schneller Wachsen.

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Diese Erkenntnis sei einer der ersten, welche die Grundvoraussetzung dafür schafft, dass Pflanzen eine Art von sozialem Leben führen. Der Begriff der “Kin Selection“, also das Erkennen von Verwandten oder Freunden, kommt hierbei ins Spiel – ein Begriff, der bisher zwar bei Lebenwesen eine Rolle gespielt hat, aber kaum in die Pflanzenwelt vordringen konnte. Bedeutet das jetzt, dass Pflanzen “altruistisch Handeln”?

Die Forscherin Susan Dudley ist mit ihren Studien dabei, in neue Bereiche vorzustoßen. Seit den 1980er Jahren beschäftigte sie sich persönlich mit der Frage, ob Pflanzen ein “sozial Leben” haben. Noch zu dieser Zeit war es in Forscherkreisen undenkbar, sich diese Frage üerhaupt ernsthaft zu stellen. Doch nach und nach scheint es ihr jetzt zu gelingen, erste, auch naturwissenschaftliche Erkenntnisse zu erarbeiten, die zeigen: Auch Pflanzen haben leben sozial. Sie erkennen einander – und verändern sich bei Änderung ihres Umfelds.

(via Wired)

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